Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen neuen Helm?
Ein Fahrradhelm ist kein Accessoire. Er ist oft deine einzige Knautschzone. Und die sollte funktionieren.
Lisa Augustin
Genussbikerin
Zuletzt geändert:17.03.26
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Ein Fahrradhelm begleitet uns oft über Jahre.
Er hängt im Flur, liegt im Keller oder wartet geduldig im Fahrradkorb. Er begleitet uns bei Regen, bei Sonne, bei schnellen Touren und gemütlichen Alltagsfahrten.
Und irgendwann stellt sich die Frage:
Brauche ich eigentlich einen neuen?
Viele machen sich erst Gedanken, wenn man äußerlich etwas sieht. Bisher war das bei mir genauso. Doch der richtige Zeitpunkt für einen neuen Helm ist nicht immer offensichtlich. Und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Nach einem Sturz oder Unfall gibt es keine Diskussion
Für mich gilt eine klare Regel:
Sturz = neuer Helm.
Ich hatte in den letzten Jahren einen gewissen Helmverschleiß. Nicht weil ich schlecht mit meinen Fahrradhelmen umgegangen bin, sondern weil sie ihren Job gemacht haben.
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Einmal im Herbst auf einer nassen Holzbrücke weggerutscht. Visier kaputt – Helm ersetzt.
Ein paar Jahre später: Stock in die Speichen, Purzelbaum auf dem Waldweg. Der Helm hatte am Hinterkopf eine Delle, innen war er gebrochen. Ohne Helm wäre das nicht gut ausgegangen.
Und diesen Winter: Plötzlich Glatteis im Wald. Zuhause habe ich gesehen, dass der Helm innen Risse hatte.
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Und als ich jetzt meinen neuen Helm ausgepackt habe, habe ich gedacht, so ein Blogbeitrag über dieses Thema wäre ’ne feine Sache.
Dazu hab ich auch eine Umfrage bei meinem Instagram-Kanal gemacht und meine Follower gefragt, wann sie ihren Helm tauschen. Die meisten tatsächlich erst dann, wenn sie einen Sturz hatten, oder nach 4–5 Jahren.
Der Knackpunkt: Schäden im Inneren sieht man oft nicht.
Ein Fahrradhelm ist so konstruiert, dass er beim Aufprall Energie absorbiert. Genau dabei wird seine Struktur geschwächt. Beim nächsten Unfall kann er diese Energie nicht mehr zuverlässig aufnehmen. Und dann tut er nicht mehr das, was er soll: Deinen Kopf schützen.
Ich habe meine kaputten Helme übrigens noch. Sie sind eine Mischung aus Trophäe – weil sie mich geschützt haben – und Mahnmal für alle, die sagen: „Ich brauche keinen Helm.“
Lisa Augustin
Lebensdauer und Haltbarkeit – wie lange ist ein Helm sicher?
Auch ohne Sturz altert ein Helm.
Viele Hersteller geben eine Lebensdauer von fünf bis sieben Jahren an. Aber das ist kein starres Ablaufdatum. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt stark von der Nutzung ab.
Was deinem Helm über die Jahre zusetzt:
UV-Strahlung
Feuchtigkeit
Hitze
Lagerung im Auto
regelmäßige Nutzung
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"Alter per se ist nicht unbedingt ein Problem – aber Nässe und UV-Strahlung.“
Lisa Brunnbauer, Buchautorin & Bloggerin
Das trifft es gut. Nicht das Kalenderjahr entscheidet, sondern der Zustand. Und ganz ehrlich: Angaben von Herstellern und Shops sind oft kritisch zu überprüfen. Du weißt oft nicht, wie lange der Helm schon im Lager liegt.
Ein praktischer Tipp:
Schau dir das Herstellungsdatum im Inneren deines Helms an. Gerade wenn er schon lange im Einsatz ist, lohnt sich eine ehrliche Einschätzung. Und dann geh mal ehrlich in dich und überleg, wie du ihn genutzt und gepflegt hast.
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Du brauchst nen neuen Helm?
Schau gerne in einer Filiale bei Little John Bikes vorbei und lass dich beraten. Auch wenn du dir unsicher bist, was deinen aktuellen Helm betrifft, helfen wir dir gerne weiter.
Außenschale, innere Struktur und unsichtbare Schäden
Die Außenschale eines Fahrradhelms kann völlig intakt wirken, während innen bereits Schäden entstanden sind.
Darum solltest du immer darauf achten:
Risse in der Außenschale
Druckstellen
brüchiges Material
lose Teile
beschädigte Riemen
Aber auch ohne sichtbare Beschädigungen kann die innere Struktur geschwächt sein.
Wenn du unsicher bist, entscheide dich lieber für die Sicherheit.
Chemikalien, Pflege und falsche Lagerung
Was viele unterschätzen:
Auch Pflege und Umgebung beeinflussen die Haltbarkeit.
Aggressive Reinigungsmittel, Lösungsmittel oder Chemikalien können das Material angreifen. Ebenso extreme Hitze im Auto oder dauerhafte Sonneneinstrahlung.
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Besser:
mit milder Seife reinigen
an der Luft trocknen lassen
nicht dauerhaft im heißen Fahrzeug lagern
regelmäßig Polster prüfen
Polster können oft auch ersetzt werden. Viele Hersteller bieten Ersatzpolsert an.
Gute Pflege verlängert die Lebensdauer – ersetzt aber keinen Austausch nach einem Unfall.
Passform, Riemen und Verstellsystem
Ein Helm schützt nur, wenn er richtig sitzt.
Er sollte:
fest, aber nicht drückend sitzen
Stirn und Hinterkopf gut abdecken
bei Bewegung nicht verrutschen
stabile, intakte Riemen haben
Ein beschädigter Riemen oder ein ausgeleiertes Verstellsystem kann die Schutzwirkung massiv beeinträchtigen.
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"Wenn dein Helm ständig verrutscht oder unbequem ist, ist es Zeit für einen neuen."
Lisa Augustin
Moderne Schutzsysteme wie MIPS
Viele aktuelle Fahrradhelme verfügen über zusätzliche Schutzsysteme wie MIPS (Multi-directional Impact Protection System).
MIPS soll bei schrägen Aufprallen Rotationskräfte reduzieren, die auf das Gehirn wirken.
Das bedeutet nicht, dass ältere Helme ohne MIPS unsicher sind.
Aber Sicherheitskonzepte entwickeln sich weiter. Beim Kauf eines neuen Helms lohnt es sich auch, neue Technologien genauer anzuschauen.
Kinderhelme besonders im Blick behalten
Kinder wachsen schnell. Ein Helm, der letztes Jahr perfekt gepasst hat, kann heute zu klein oder zu locker sein.
Gerade Kinder sind aktive Radfahrer. Kleine Stürze gehören dazu. Und oft bekommt man als Eltern diese nicht mit. Deshalb sollte man hier besonders regelmäßig prüfen:
sitzt der Helm noch richtig?
gibt es Schäden?
sind Riemen und Verschlüsse intakt?
Und nicht vergessen:
Wir sind Vorbilder. Ich bin früher selbst ohne Helm gefahren, weil es „uncool“ war. Heute fühlt es sich eher uncool an, ohne Helm unterwegs zu sein.
Wann solltest du deinen Helm wechseln?
Nach jedem Sturz oder Unfall
Bei sichtbaren Schäden
Wenn die Außenschale Risse zeigt
Wenn Riemen oder Verstellsystem beschädigt sind
Wenn das Material spröde wirkt
Nach vielen Jahren intensiver Nutzung
Wenn die Passform nicht mehr stimmt
Im Zweifel gilt: Ein neuer Helm ist günstiger als eine Kopfverletzung.
Little Reminder
Ein Fahrradhelm gehört bei jeder Fahrt dazu.
Nicht nur bei schnellen oder langen Touren.
Wir sind im Straßenverkehr unterwegs.
Das Auto hat eine Knautschzone.
Der Motorradfahrer trägt Schutzkleidung.
Der Radfahrer hat, wenn es hochkommt, einen Helm.
Manchmal noch Handschuhe.
Mehr nicht.
Wenn du unsicher bist, bring deinen Helm einfach mit in die ljB‑Filiale. Dann schauen wir mal gemeinsam drauf.
Sicherheit hat nichts mit Trends zu tun.
Sondern mit Verantwortung – dir selbst gegenüber.
Mehr über die Autorin
Lisa Augustin
Genussbikerin
Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.
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