Wann ist der beste Zeitpunkt, ein Fahrrad zu kaufen?
Spoiler: Der beste Zeitpunkt für dich und der beste Zeitpunkt für deinen Geldbeutel sind nicht immer derselbe.
Lisa Augustin
Genussbikerin
Zuletzt geändert:06.09.26
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Ich habe Fahrräder bisher selten nach Kalender gekauft. Eher nach Gefühl.
Mein erstes Mountainbike kam, weil mein damaliger Freund – heute mein Mann – eins hatte und ich mitfahren wollte. Später hatte ich einmal ein Fully vorbestellt, bin dann aber spontan in einen Fahrradladen gefahren und habe gesagt: Ich brauche jetzt sofort ein Carbon-Hardtail. Und ne Stunde später hatte ich ein Carbon-Hardtail im Kofferraum.
Brauchen ist dabei natürlich relativ.
Aber ich bin anschließend so viel damit gefahren, dass sich die Entscheidung für mich trotzdem richtig angefühlt hat.
Mein Rennrad war dagegen ein kleiner Volltreffer in beide Richtungen: Ich hatte mir selbst eine Challenge gesetzt und mir das Rad als Belohnung versprochen. Gewonnen. Rennrad gekauft. Zufällig am 31. Dezember - komplett außerhalb der Saison.
Und plötzlich hatte ich nicht nur genau das Fahrrad, das ich wollte, sondern auch ein stark reduziertes Vorjahresmodell. Im Laden war kaum etwas los, das Bike konnte direkt angepasst werden und ich konnte es sofort mitnehmen.
Damit kommen wir eigentlich schon zur Antwort auf die Frage:
Es gibt zwei beste Zeitpunkte für den Fahrradkauf.
Den Zeitpunkt, an dem du das Fahrrad wirklich haben und fahren möchtest.
Und den Zeitpunkt, an dem du besonders gute Chancen auf einen günstigen Preis hast.
Der beste Zeitpunkt für dich: wenn du das Fahrrad wirklich fährst
Das klingt fast zu einfach, wird bei der Schnäppchenjagd aber gerne vergessen.
Wenn du im Juni richtig Lust auf Gravel-Touren hast, bringt es dir wenig, bis Januar auf den theoretisch besten Preis zu warten – nur damit das Fahrrad ein halbes Jahr später bei dir steht.
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Wer weiß schließlich, was nächsten Sommer ist? Und wer weiß, wie viele unbezahlbare Momente du dadurch verpasst?
Ein günstiges Fahrrad ist nur dann ein guter Kauf, wenn du es auch nutzt.
Deshalb würde ich den Zeitpunkt nie ausschließlich vom Preis abhängig machen. Wenn du jetzt ein Bike brauchst, das perfekt zu dir passt und verfügbar ist, kann jetzt genau der richtige Kaufzeitpunkt sein.
Wenn du dagegen sagst: „Irgendwann hätte ich gerne ein neues Rad, aber es eilt nicht“, sieht die Sache anders aus.
Dann lohnt sich die Geduld.
Wann sind Fahrräder am günstigsten?
Wer vor allem sparen möchte, sollte besonders Spätsommer, Herbst und Winter im Blick behalten.
Warum ist eigentlich logisch: Neue Modellreihen werden häufig im Laufe des Jahres vorgestellt und Händler wollen Platz für kommende Modelle schaffen. Dadurch werden ältere Modelljahre und Restbestände interessanter.
Das TOUR-Magazin findet, dass Oktober und November sowie Januar und Februar gute Zeiträume für Vorjahresmodelle und Restposten sind. Es können aber auch schon im Juli und August erste interessante Abverkäufe beginnen, wenn neue Modelle anrollen.
Der Haken?
Was günstiger wird, wird häufig auch weniger.
Dein Wunschmodell ist vielleicht noch da – deine Rahmenhöhe aber nicht. Ähnlich wie bei Schuhen und Kleidung.
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"Wenn wir in den Sale gehen, bieten wir auch viele aktuelle Modelle an. Das unterscheidet uns von einigen Mitbewerbern."
Dr. Robert Peschke, CEO Little John Bikes
Herbst: der Sweet Spot für Schnäppchenjäger
Wenn ich einen Zeitraum nennen müsste, den man besonders im Auge behalten sollte, dann wäre das der Herbst.
Warum?
Die Fahrradsaison wird ruhiger, Händler schaffen Platz und Vorjahresmodelle können im Preis fallen. Gleichzeitig ist die Auswahl häufig noch besser als tief im Winter.
Auch Black Friday und andere Aktionszeiträume fallen in diese Phase.
Das macht vor allem den September bis November interessant, wenn du schon relativ genau weißt, was du suchst.
Winter: günstig, aber manchmal schon ziemlich leer
Im Winter wird Fahrradkaufen spannend für alle, die flexibel sind.
Januar und Februar gelten häufig als gute Monate für Restposten und Vorjahresmodelle.
Mein Rennradkauf am 31. Dezember war genau so ein Fall: Vorjahresmodell, stark reduziert und wenig Betrieb im Laden.
Aber ich hatte Glück. Und ich habe auch eine Größe, die zum Glück nicht so oft gekauft wird wie M oder L. Ich fahre XS-S.
Denn je länger du wartest, desto größer wird das Risiko, dass genau deine Größe oder Ausstattung nicht mehr verfügbar ist.
Darum würde ich nie jemandem empfehlen:
„Warte immer bis Januar.“
Sondern eher:
„Wenn du Zeit hast und dein Wunschrad noch verfügbar ist, kann der Winter richtig interessant werden.“
Frühling: maximale Lust, maximale Nachfrage
Im Frühling kommen die ersten warmen Tage. Und plötzlich haben ziemlich viele Menschen gleichzeitig dieselbe Idee:
„Ich brauche ein (neues) Fahrrad.“
Der Frühling ist deshalb meistens nicht die klassische Schnäppchenzeit. Dafür ist er stark, wenn dir Auswahl wichtiger ist.
Neue Modelle stehen bereit, viele Größen sind verfügbar und du kannst dein Bike direkt in die Saison mitnehmen.
Das ist manchmal mehr wert als ein fetter Rabatt.
Sommer: kaufen und sofort fahren
Ich gehöre ziemlich eindeutig zu dieser Fraktion.
Wenn ich im Sommer Lust auf ein bestimmtes Fahrrad habe, möchte ich nicht bis zum Winter warten, nur weil es eventuell günstiger werden könnte.
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Im Sommer kannst du dein Rad direkt nutzen und unter realistischen Bedingungen Probe fahren.
Gleichzeitig gibt es auch während der Saison Angebote. Nur darauf verlassen, dass dein Wunschrad gerade reduziert wird, solltest du nicht.
Erst das Fahrrad finden. Dann auf Schnäppchenjagd gehen.
Das wäre heute mein wichtigster Tipp.
Nicht erst irgendeinen Sale öffnen und schauen, welches Fahrrad zufällig am stärksten reduziert ist.
Sondern andersherum:
Überleg dir, was du brauchst. Lass dich beraten. Fahr verschiedene Modelle Probe. Finde deine passende Rahmenhöhe und zwei oder drei Modelle, die wirklich zu dir passen.
Und dann geh auf die Jagd.
Preise vergleichen, Aktionen beobachten, Vorjahresmodelle prüfen.
Wenn dein Wunschrad plötzlich zu einem richtig guten Preis auftaucht: zuschlagen.
"40 % auf das falsche Fahrrad ist kein guter Deal."
Lisa Augustin
Jagdsaison bei Little John Bikes
Bei Little John Bikes gibt es dafür sogar einen ziemlich passenden Namen: Jagdsaison.
Das Aktionsformat läuft seit Jahren rund um den Spätsommer.
Auch das Jagdfinale gehört regelmäßig zum Aktionskalender. Da gibts noch fettere Rabatte.
Wenn du ohnehin weißt, welches Fahrrad du suchst, können solche Aktionen der perfekte Zeitpunkt zum Fahrradkauf sein.
Nicht blind jagen.
Erst Ziel ins Visier nehmen.
Lohnt es sich, bis Black Friday zu warten?
Kann sich lohnen.
Vor allem, wenn du flexibel bist und ohnehin erst später kaufen möchtest.
Aber auch Black Friday ist kein Garant dafür, dass genau dein Wunschmodell in deiner Rahmenhöhe reduziert wird.
Deshalb würde ich einen guten Preis niemals nur deshalb liegen lassen, weil vielleicht vier Wochen später noch ein größerer Rabatt kommen könnte.
Little Reminder
Wann ist also der beste Zeitpunkt, ein Fahrrad zu kaufen?
Wenn du es jetzt wirklich brauchst: jetzt.
Wenn du Zeit hast und sparen möchtest: halte besonders Spätsommer, Herbst und Winter im Blick.
Wenn du ein bestimmtes Modell und eine bestimmte Größe willst: warte nicht so lange, bis nur noch das Preisschild übrig ist.
Glück ist nämlich keine Einkaufsstrategie.
Deshalb mein Tipp: Finde zuerst das Fahrrad, das wirklich zu dir passt. Dann beobachte den Preis.
Und wenn beides stimmt?
Nicht weiter warten.
Fahren.
Mehr über die Autorin
Lisa Augustin
Genussbikerin
Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.
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