10 Tage allein durch Transsilvanien: Mein Gravel-Trip an der Hohen Rinne
Zehn Tage, ein E-Gravelbike, keine Begleitung. Und eine Abfahrt, über die ich heute noch grinse.
Dr. Robert Peschke
Genussbiker
Zuletzt geändert:06.11.26
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Diesen Sommer war ich im August in Siebenbürgen unterwegs, rund um die Hohe Rinne bei Sibiu. Hier ist, warum du da auch hinmusst.
Und warum ausgerechnet Rumänien?
Ich geb's zu: Als ich erzählt hab, dass ich zum Graveln nach Rumänien fahre, kamen von manchen Kollegen ein paar fragende Blicke. Dabei liegt da eins der spannendsten Gravel-Reviere Europas quasi vor unserer Haustür. Karpaten, endlose Schotterpisten, Hirtendörfer, in denen die Zeit gefühlt etwas langsamer läuft. Und kaum Verkehr. Menschen, die mich etwas besser kennen, die wissen, dass ich Rumänien liebe. :no_upscale())
Mein Basislager: die Region um die Hohe Rinne, auf Rumänisch Păltiniș. Der Ort liegt auf rund 1.440 Metern im Cindrel-Gebirge, etwa 35 km südwestlich von Sibiu, und gilt als höchstgelegener Kurort Rumäniens. Gegründet wurde er 1894 vom Siebenbürgischen Karpatenverein. Deshalb auch der deutsche Name. Ein paar der alten Villen aus der Zeit stehen noch. :-)
Allein unterwegs? Ja. Und es war genau richtig.
Zehn Tage solo heißt: Du fährst, wann du willst, so weit du willst, und hältst an, wo es dir gefällt. Keine Diskussion über Pausen, keine Gruppe, auf die du wartest. Dafür bist du für alles selbst zuständig: Route, Proviant, Pannen. Für mich war das genau der richtige Mix aus Abenteuer und Kopf-frei-kriegen.
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Grade einmal nicht für alle mitdenken:
"Wer jeden Tag ein Unternehmen mit 67 Stores im Kopf hat, weiß, was ich meine. 🤝"
Dr. Robert Peschke
Mein treuer Begleiter für die zehn Tage Me-Time: das Trek Checkpoint+ SL 7 AXS, das Topmodell von Treks erstem E-Gravelbike.
Mein Bike: Trek Checkpoint+ SL 7 AXS, ich liebe es
Auf den ersten Blick sieht man ihm den Motor kaum an. Und genau so fährt es sich auch: wie ein richtig gutes Gravelbike, nur mit eingebautem Rückenwind, wenn's steil wird.
Die Eckdaten zum Trek Checkpoint+ SL 7 AXS für die Detailverliebten unter euch:
Rahmen | Carbon |
Motor | TQ HPR60, bis 60 Nm, Unterstützung bis 25 km/h |
Akku | 360 Wh, optional mit Range Extender |
Schaltung | SRAM X0 Eagle AXS, 12-fach, kabellos, Kassette 10-52 |
Bremsen | SRAM Paceline X Scheibenbremsen |
Laufräder | Bontrager Aeolus Elite 35V Carbon, tubelessready |
Reifen | Bontrager Girona Pro, 42 mm, Platz für bis zu 50 mm |
Gewicht | ca. 14 kg … ja, richtig gelesen! |
Check gern gerade mal noch weitere Checkpoint & Checkpoint+ Modelle bei uns aus. Dort findest du noch mehr Infos.
Was das in den Karpaten heißt? Der TQ-Motor ist leise und schiebt angenehm natürlich an, kein Ruckeln, kein Brummen, das dir die Bergruhe kaputtmacht. Die riesige Kassette mit 10 bis 52 Zähnen ist bei langen Anstiegen mit Gepäck Gold wert, und die kabellose AXS-Schaltung macht auch nach Tagen im Staub einfach ihren Job. Die Carbon-Laufräder und der Carbonrahmen halten das Bike für ein E-Gravelbike erstaunlich leicht. Tragen über Wurzeln oder in den Zug? Geht.
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Der 360-Wh-Akku reicht laut Trek für bis zu 80 km, je nach Gelände, Gewicht und Unterstützungsstufe. Klar ist aber: Wer in den Karpaten lange Tage mit vielen Höhenmetern fährt, plant Ladestopps ein oder denkt über den Range Extender nach. Mit meinen über 100kg hätte ich doch mehr Steckdosen gebraucht.
Mein Fazit zum Bike: Für so eine Tour genau das richtige Werkzeug. Sportlich genug, dass es sich wie Radfahren anfühlt, und mit genug Reserve noch besser, sodass dich kein Anstieg kleinkriegt. Fährt sich gut an. Wirklich.
Das Highlight: die Abfahrt von der Hohen Rinne
Wenn du mich fragst, was hängen geblieben ist: die Abfahrt von Păltiniș runter ins Tal. Von oben Richtung Rășinari sind es rund 20 km und gut 900 Höhenmeter. Erst an den Hotels und Liften vorbei, dann durch den Wald, mit Serpentinen, in denen du einfach laufen lassen kannst. Unten wird's flacher, die Landschaft öffnet sich, und du rollst ins Dorf …
"...als hättest du gerade die beste Achterbahn deines Lebens verlassen. 🤩"
Dr. Robert Peschke
Die Straße hoch nach Păltiniș ist übrigens komplett asphaltiert. Hinter dem letzten Lift geht's dann auf Schotter weiter, durch die Berge Richtung Transalpina. Das ist dann was für Leute mit passender Ausrüstung und guter Vorbereitung.
Zwischen Hirten, Schafen und Holzkirchen
Rund um Sibiu liegt die Mărginimea Sibiului, eine Gegend mit 18 traditionellen Hirtendörfern, darunter Rășinari und Săliște. Die Leute hier haben über Jahrhunderte mit ihren Herden die Karpaten überquert. Bis heute siehst du große Höfe, alte Kirchen, Schafe am Wegesrand und Menschen in schwarz-weißer Tracht, wenn gerade was gefeiert wird. Rășinari ist übrigens der Geburtsort des Philosophen Emil Cioran. Und in Păltiniș selbst liegt der Philosoph Constantin Noica begraben. Ziemlich viel Tiefgang für so ein kleines Bergdorf.
Und wenn du nach ein paar Tagen Schotter Lust auf Stadt hast:
"Tipp: Sibiu, das alte Hermannstadt, ist nur einen Katzensprung entfernt"
Dr. Robert Peschke
Was du vorher wissen solltest
Hirtenhunde: Wo Schafe sind, sind auch Hunde. Und die nehmen ihren Job sehr, sehr ernst. Absteigen, das Bike zwischen dich und den Hund, ruhig bleiben und langsam weiterschieben hilft meistens.
Bären: Die Karpaten sind Bärengebiet. Im Wald lieber nicht ganz lautlos unterwegs sein und Essen nicht offen rumliegen lassen.
Versorgung: In den wilden Bergen sind Läden und Wasserstellen rar. Genug Wasser und Snacks einpacken und Route vorher offline speichern.
Akku-Planung mit E-Bike: Ladestopps vorher klären, gerade wenn du mehrere Tage am Stück unterwegs bist.
Reifen: Breiter ist hier besser. Auf den Schotterpisten waren breite Reifen mit etwas Profil genau richtig.
Allein unterwegs: Hinterlass jemandem deine Route und plan Puffer ein. Netz gibt's nicht überall.
Little Reminder
Transsilvanien ist für Gravel-Fans ein echter Geheimtipp: wilde Landschaft, kaum Verkehr, herzliche Menschen und Abfahrten, die du so schnell nicht vergisst. Mit dem E-Gravelbike werden auch die langen Karpaten-Anstiege machbar, ohne dass der Spaß auf der Strecke bleibt. Ich komm auf jeden Fall wieder.
Bock auf dein eigenes Abenteuer? Im Gravelland in Dresden-Mickten zeigen wir dir E-Gravelbikes und alles, was du für deine erste große Tour brauchst. Packliste inklusive: Lies „Bikepacking: Einstieg und Packliste".
Steig auf.
Wir fahren mit.
Mehr über den Autor
Dr. Robert Peschke
Genussbiker
Ich bin Robert und führe Little John Bikes. Meine besten Führungslektionen hab ich aber nicht im Meetingraum gelernt, sondern im Wald.
Auf dem E-Mountainbike gibt’s keine Präse und keine Ausreden. Da bist nur du, deine Entscheidung und der nächste Meter. Bist du zu schnell, merkst du’s sofort. Zögerst du, auch. Der Trail ist brutal ehrlich, und genau deshalb lieb ich ihn.
Hier im Blog geb ich hier und da mal meinen Blick mit, was Biken mir und meiner Selbstführung bringt, warum Los-machen das beste Training ist und wohin unsere Reise als #Team grade so geht. Mal mit einem Schmunzeln, mal etwas deeper, aber immer direkt.
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