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HM, FTP, KOM & Co.: Diese Fahrrad-Abkürzungen solltest du kennen

Damit du beim nächsten Bike-Talk nicht nur mitkommst, sondern selbst ganz lässig mit Fachbegriffen um dich werfen kannst.

Ein Portrait von Lisa Augustin im Fahrradtrikot - Fahrradbloggerin, Radfahrerin und Genussbikerin.

Lisa Augustin

Genussbikerin

Zuletzt geändert:06.09.26

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„Heute nur 80 km, dafür 1.200 HM. Eigentlich GA1, bis ich am letzten Anstieg doch noch den KOM probiert habe. Geb mir mal Kudos.“

Alles klar, oder?

Wenn du schon länger in der Fahrrad-Bubble unterwegs bist, dann weißt du sicher, worum es geht. Wenn nicht, könnte dieser Satz genauso gut ein geheimer Code sein.

Dabei passiert es ziemlich schnell, dass Fahrrad-Abkürzungen ganz selbstverständlich in den eigenen Sprachgebrauch rutschen. Ich merke das selbst: Wenn ich mit Trainingskollegen unterwegs bin oder unsere WhatsApp-Chats lese, stehen da HM, GA1, FTP und Co., ohne dass irgendjemand darüber nachdenkt. Und ich weiß, dass viele meiner Freunde damit nix anfangen können.

Ich habe mir viele dieser Begriffe irgendwann über Bücher, Social Media, Google und schlicht durch Nachfragen angeeignet. Damit du dir das sparen kannst, kommt hier der kompakte Übersetzer für die Fahrrad-Bubble.

Und danach weißt du voll Bescheid. Versprochen!

MTB, RR, CX: Welches Fahrrad darf’s denn sein?

Fangen wir mal entspannt an, zum Reinkommen. Schon bei den Fahrradtypen wird schließlich gerne abgekürzt.

MTB – Mountainbike
Der Klassiker fürs Gelände. MTB ist der Oberbegriff für Mountainbikes und begegnet dir entsprechend häufig.

RR – Rennrad
Zwei Buchstaben, wenig Schnickschnack. RR steht im deutschsprachigen Raum schlicht für Rennrad.

CX – Cyclocross
CX steht für Cyclocross. Die Räder erinnern auf den ersten Blick an Rennräder, sind aber fürs Gelände und den Cyclocross-Rennsport gemacht. Und Achtung: Cyclocross ist nicht gleich Gravel.

BMX – Bicycle Motocross
BMX bedeutet tatsächlich „Bicycle Motocross“. Heute umfasst der Begriff unter anderem BMX Racing und BMX Freestyle.

E-MTB – Electric Mountainbike
Mountainbike plus elektrische Unterstützung. Eigentlich ganz easy. Ausnahmsweise.

XC bzw. CC – Cross-Country
XC oder auch CC steht für Cross-Country und bezeichnet eine Mountainbike-Disziplin. Wer noch tiefer einsteigen möchte, trifft auf weitere Kürzel: XCO steht für Cross-Country Olympic, XCC für Cross-Country Short Track und XCM für Cross-Country Marathon.

Mountainbike Fahrerin bei einem Cross Country Event Rennen

"Ich bin ein großer XC-Fan. Der einzige Unterschied zwischen Frauen und Männern ist die Anzahl der Laps. Der Fame und das Feeling sind genau gleich groß."

Lisa Augustin

HM, BPM und RPM: Die Abkürzungen für deine Tour

Jetzt kommen wir zu den Kürzeln, die spätestens nach einer längeren Ausfahrt auf dem Radcomputer, in der App oder im Gruppenchat auftauchen.

HM – Höhenmeter
„100 Kilometer und 1.500 HM“ bedeutet: Auf der Tour wurden insgesamt 1.500 Höhenmeter bergauf gesammelt. Für viele Radfahrer ist HM so selbstverständlich, dass man gerne vergisst, dass nicht jeder sofort weiß, was damit gemeint ist.

Sidenote: Genau wegen diesem Begriff hab ich diesen Blogbeitrag geschrieben. Weil einer im Chat gefragt hat, was HM sind.

km/h – Kilometer pro Stunde
Deine Geschwindigkeit. Den kennen wir wahrscheinlich alle noch ohne Fahrrad-Crashkurs.

BPM – Beats per Minute
BPM gibt beim Training die Herzschläge pro Minute an. Zeigt dein Pulsmesser 150 BPM, schlägt dein Herz entsprechend 150-mal pro Minute.

HF bzw. HR – Herzfrequenz bzw. Heart Rate
Zwei Abkürzungen für dasselbe Thema: deinen Puls. HF ist die deutsche Variante, HR die englische.

RPM – Revolutions per Minute
Beim Fahrrad beschreibt RPM deine Trittfrequenz oder auch Kadenz, also wie viele vollständige Kurbelumdrehungen du pro Minute machst. Auch Trainingspläne und Radcomputer nutzen diesen Wert häufig für die Kadenz.

Sidenote: Wenn du Knieschmerzen beim Radfahren hast, spielt auch die Trittfrequenz ne große Rolle.

W – Watt
Watt beschreibt beim Radfahren deine aktuell erbrachte Leistung. Ein Powermeter kann messen, wie viele Watt du auf die Pedale bringst.

Ich hab zum Beispiel ein Wattpedal, welches die Trittfrequenz und die Leistung messen kann - allerdings nur einseitig.

Detailansicht Wattpedal SPD

W/kg – Watt pro Kilogramm
Hier wird die Leistung ins Verhältnis zum Körpergewicht gesetzt: das Leistungsgewicht. Besonders beim Bergauffahren ist dieser Wert im sportlichen Radsport interessant.

Nm – Newtonmeter
Bei E-Bikes begegnet dir Nm vor allem bei den Motordaten. Newtonmeter beschreibt das Drehmoment des Motors. Du solltest aber auch in der Werkstatt den Begriff kennen und deine Schrauben mit genug Nm anziehen.

Wh – Wattstunden
Wh findest du typischerweise beim E-Bike-Akku. Die Wattstunden geben dessen Energieinhalt an.

GA1, GA2 und FTP: Jetzt wird trainiert

Spätestens beim strukturierten Training entwickelt das Fahrradfahren seine eigene Sprache.

„Heute vier Stunden GA1.“

Für Trainierende völlig normal. Für alle anderen klingt es ein wenig nach Autobahn.

Und eigentlich musst du deine eigenen Pulszonen genau kennen, um überhaupt was damit anfangen zu können.

GA1 – Grundlagenausdauer 1
GA1 steht für lockeres bis moderates Ausdauertraining. Vereinfacht gesagt: Du bist kontrolliert unterwegs und machst nicht aus jedem Ortsschild einen Zielsprint.

Sidenote: Mein Trainer hat früher immer gesagt: Wenn du noch easy ein Gespräch führen kannst, bist du im GA1.

GA2 – Grundlagenausdauer 2
GA2 liegt intensiver als GA1. Die Belastung steigt deutlich, bleibt aber Teil des Ausdauertrainings.

Wichtig: Die genaue Einteilung von Trainingsbereichen kann je nach Trainingsmodell und verwendeten Schwellenwerten variieren. GA1 und GA2 sind deshalb keine universellen Pulswerte, die für jeden Menschen identisch sind.

FTP – Functional Threshold Power

FTP steht für „Functional Threshold Power“ und bezeichnet vereinfacht deine funktionelle Schwellenleistung. Sie ist eine zentrale Bezugsgröße für wattgesteuertes Radtraining und dient unter anderem dazu, individuelle Trainingsbereiche festzulegen.

Ein Portrait von Lisa Augustin im Fahrradtrikot - Fahrradbloggerin, Radfahrerin und Genussbikerin.

„FTP-Tests sind übel. Aber auch super hilfreich, um die eigene Leistung besser einschätzen zu können. Wichtig ist nur, dass du sie mit Sinn und Verstand angehst und auch körperlich fit genug bist, um an deine Grenzen zu gehen. Mach den ersten Test auf jeden Fall in einer kontrollierten Umgebung. Nicht allein.“

VO₂max – maximale Sauerstoffaufnahme
Die VO₂max ist eine Kenngröße der aeroben Leistungsfähigkeit. Sportuhren und Radcomputer geben häufig einen geschätzten Wert an.

LTHR – Lactate Threshold Heart Rate
Die Herzfrequenz an der Laktatschwelle. Sie kann ebenfalls genutzt werden, um individuelle Trainingszonen festzulegen.

RPE – Rate of Perceived Exertion
Keine Sensoren, kein Powermeter – hier geht es darum, wie anstrengend sich eine Belastung subjektiv anfühlt. Je nach verwendeter RPE-Skala wird das Belastungsempfinden über Zahlen eingeordnet.

NP, IF, TSS: Willkommen in der Nerd-Ecke

Bis hierhin alles verstanden? Sehr gut.

Jetzt kommen die Abkürzungen, bei denen selbst viele regelmäßige Radfahrer irgendwann doch Google öffnen. Auch ich hab bei der Recherche auf nerdigere Fachartikel zurückgegriffen.

NP – Normalized Power
Normalized Power soll eine schwankende Leistungsabgabe so abbilden, dass die physiologische Belastung besser berücksichtigt wird als durch einen einfachen Watt-Durchschnitt. Gerade bei Fahrten mit vielen Antritten und Erholungsphasen können Durchschnittsleistung und NP deshalb auseinanderliegen.

IF – Intensity Factor
Der Intensity Factor setzt deine Normalized Power ins Verhältnis zu deiner FTP. Damit lässt sich die relative Intensität einer Einheit einordnen.

TSS – Training Stress Score
Der Training Stress Score kombiniert Dauer und Intensität einer Trainingseinheit zu einem Belastungswert. Bei TrainingPeaks entsprechen 60 Minuten bei FTP definitionsgemäß 100 TSS.

CTL – Chronic Training Load
Ein längerfristiger Trainingsbelastungswert. TrainingPeaks berechnet CTL als gewichteten Durchschnitt der täglichen TSS-Werte über einen längeren Zeitraum und bezeichnet ihn auch als „Fitness“.

ATL – Acute Training Load
Das kurzfristige Gegenstück: ATL betrachtet die jüngere Trainingsbelastung und wird bei TrainingPeaks auch als „Fatigue“ bezeichnet.

TSB – Training Stress Balance
TSB bringt langfristige und kurzfristige Trainingsbelastung zusammen und wird genutzt, um die aktuelle Trainingsform beziehungsweise „Form“ einzuordnen.

KOM, QOM und PR: Die Strava-Sprache

Und dann gibt es noch eine ganz eigene Kategorie: Abkürzungen, die du spätestens kennenlernst, wenn nach der Tour Strava geöffnet wird.

KOM – King of the Mountain
Du hast auf einem Strava-Segment die schnellste Zeit in der entsprechenden Bestenliste? Dann kann dort die KOM-Krone warten. Diese Krone gibt's natürlich nur für Männer, darum auch King...

QOM – Queen of the Mountain
Das entsprechende Kürzel für „Queen of the Mountain“.

"Geständnis: Ich bin schon öfter bei Rückenwind mit dem Fahrrad los, um mir ein Krönchen zu holen."

Lisa Augustin

CR – Course Record
CR steht für Course Record beziehungsweise Streckenrekord. Auch dieses Kürzel verwendet Strava für Segmentbestleistungen.

PR – Personal Record
Dein persönlicher Rekord auf einem Segment. Dafür musst du nicht die gesamte Strava-Welt schlagen – nur dein bisheriges Ich. Strava kennzeichnet persönliche Bestleistungen entsprechend als PR.

Local Legend
Okay, streng genommen keine Abkürzung. Aber wenn wir schon bei Strava sind, gehört sie dazu: Local Legend wird, wer ein Segment innerhalb der vergangenen 90 Tage häufiger absolviert hat als alle anderen.

Kudos
Auch ein Begriff, den man kennen MUSS, wenn man mitreden will. Kudos sind die Likes auf Strava. Allerdings fühlen sie sich nicht einfach nach "gefällt mir" an, sondern eher nach "ich habe Respekt vor deiner Leistung".

"If it's not on Strava - it didn't happened."

Lisa Augustin

DNF, DNS und Co.: Wenn es Richtung Rennen geht

Wer Rennen verfolgt oder selbst an Veranstaltungen teilnimmt, trifft auf noch ein paar internationale Klassiker, die selbstverständlich auch bei lokalen Wald- und Wiesenrennen eingesetzt werden können.

DNS – Did Not Start
Gemeldet, aber nicht gestartet.

DNF – Did Not Finish
Gestartet, aber nicht ins Ziel gekommen.

DSQ – Disqualified
Disqualifiziert.

TT – Time Trial
Zeitfahren. Im Radsport wird dafür international häufig TT verwendet.

Ein Rennradfahrer aus dem Trek Team beim Zeitfahren.

ITT – Individual Time Trial
Einzelzeitfahren.

TTT – Team Time Trial
Mannschaftszeitfahren.

Und schon kannst du Ergebnislisten lesen, ohne nebenbei einen Übersetzer zu brauchen.

Little Reminder

Du musst keine 40 Abkürzungen auswendig lernen, um Fahrrad zu fahren. Und beim ersten GA1-Training gibt es definitiv keinen Vokabeltest.

Aber irgendwann passiert es sowieso: Du liest Trainingspläne, schaust auf deine Daten, fährst mit anderen oder landest in einem WhatsApp-Chat voller Fahrrad-Nerds. Plötzlich gehören HM, RPM und FTP ganz selbstverständlich zum Wortschatz.

Mir ging es genauso. Vieles habe ich über Bücher und Social Media gelernt, anderes aus dem Kontext verstanden, gegoogelt oder einfach nachgefragt. Heute erwische ich mich selbst dabei, wie selbstverständlich ich diese Abkürzungen benutze – weil ich inzwischen teilweise genauso denke.

Und genau dafür hast du jetzt diesen Spickzettel.

Also beim nächsten Ride ganz entspannt fallen lassen:

„War heute eigentlich nur GA1. Ein paar HM, bisschen an der TF gespielt. Beim letzten Segment dann doch Richtung FTP – PR knapp verpasst.“

Wenn dein Gegenüber wissend nickt: Willkommen in der Bubble.

Wenn nicht: Schick einfach diesen Artikel weiter.

Mehr über die Autorin

Ein Portrait von Lisa Augustin im Fahrradtrikot - Fahrradbloggerin, Radfahrerin und Genussbikerin.

Lisa Augustin

Genussbikerin

Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.


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