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Rennrad vs. Gravelbike

Asphalt oder Schotter? Long Rides oder Abenteuer? Du willst wissen, welches Bike besser zu dir passt – Rennrad oder Gravelbike? Dann lies weiter.

Ein Portrait von Lisa Augustin im Fahrradtrikot - Fahrradbloggerin, Radfahrerin und Genussbikerin.

Lisa Augustin

Genussbikerin

Zuletzt geändert:16.03.26

Rennrad und Gravelbike

Rennrad oder Gravelbike? Diese Frage habe ich mir selbst lange gestellt. Auf den ersten Blick sehen die beiden Fahrräder fast gleich aus: sportliche Haltung, Dropbar-Lenker, schnelle Optik, schmale Reifen. Aber sobald du damit unterwegs bist, merkst du sofort: Es sind zwei verschiedene Welten.

Ich fahre tatsächlich beides. Rennrad und Gravelbike. Und ja, ich hab meine ganz eigenen Learnings gesammelt: vom Gegenwind auf Lanzarote bis zum Schotter-Gewackel mit vollgepackten Taschen.

Doch nicht jeder kann und möchte beides fahren. Darum gehen wir in diesem Blogbeitrag auf die Unterschiede zwischen Rennrad und Gravelbike ein, sodass du das perfekte Fahrrad für dich und deine Gegebenheiten findest. Ohne Kompromiss.

Rennrad: schnell, leicht, weit

Das klassische Straßenrad ist gebaut für eines: Geschwindigkeit. Die schmalen, glatten Reifen (oder auch wie ich sie gerne nenne: Salamirädchen) rollen unfassbar leicht, das Gewicht ist extrem niedrig und die Sitzposition ist kompromisslos auf Aerodynamik getrimmt. Wenn der Straßenbelag gut ist, fühlt es sich fast an wie Fliegen. Man gleitet dahin. Es macht einfach Bock mit einem Rennrad ordentlich zu pacen.

Ich weiß noch genau, wie ich mein erstes Rennrad ausgeliehen habe. Schon nach den ersten Kilometern hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht. So schnell war ich noch nie mit eigener Muskelkraft unterwegs. Aber ich hab auch gleich die Nachteile gespürt: Man braucht immer guten Teer unter den Reifen, und das heißt oft auch Straßenverkehr. Denn viele Radwege in Deutschland werden irgendwann zu Schotterwegen. Außerdem war ich bei meinen ersten Ausfahrten mit dem Rennrad mit Felgenbremsen unterwegs, was mir auch viel Unsicherheit beim Abfahren und regnerischem Wetter eingebracht hatte.

Rennradfahrerin auf einer Straße.

Heute haben viele Rennräder immerhin Scheibenbremsen, die deutlich besser packen als die alten Felgenbremsen. Aber am Ende bleibt’s dabei: Mit dem Rennrad kannst du nur ausgewählte Strecken fahren. (Ja, natürlich fahre ich auch mal Schotterpassagen mit dem Rennrad - aber viel mehr Spaß macht es auf dem richtigen Untergrund.)

Gravelbike: Freiheit und Vielseitigkeit

Das Gravelbike ist so etwas wie das Schweizer Taschenmesser unter den Fahrradtypen. Breitere Reifen mit Profil, eine entspanntere Geometrie, robuste Scheibenbremsen – und plötzlich musst du nicht mehr überlegen, ob du da langfahren „darfst“. Du fährst einfach.

Radfahrerin mit dem Gravelbike in der Herbstlandschaft.

Was ich liebe: die Vielseitigkeit. Asphalt, Schotter, Waldwege … Manche nennen das Gravelbike auch das „Cyclocross in alltagstauglich“. Stimmt irgendwo, nur dass Gravelbikes komfortabler sind, mit mehr Übersetzungsbandbreite an der Schaltung und oft sogar Ösen für Gepäck.

Mit dem Rennrad musste ich oft schon Umwege machen. Mit dem Gravelbike fahr ich einfach da lang, wo ich Bock habe.

Lisa Augustin

Welches Fahrrad ist komfortabler?

Beim Rennrad sitzt du sportlich und gestreckt. Das ist perfekt für Tempo und Aerodynamik – kann auf langen Touren aber auch an Nacken, Händen und Rücken gehen, wenn die Position nicht optimal eingestellt ist.

Gravelbikes sind meist etwas entspannter abgestimmt. Die Geometrie ist oft minimal aufrechter, der Radstand länger und die Reifen deutlich breiter. Dadurch rollt ein Gravelbike ruhiger über schlechten Asphalt, Schotter oder Waldwege – und schluckt Unebenheiten, die du auf einem klassischen Rennrad deutlicher spürst.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Übersetzung: Rennräder sind oft auf enge Gangabstufungen für hohe Geschwindigkeiten auf der Straße ausgelegt. Gravelbikes setzen dagegen häufig auf eine größere Bandbreite, damit du auch steile Anstiege auf losem Untergrund noch sauber hochkurbeln kannst.

Beide Fahrradtypen können komfortabel sein!

Du willst bequem sitzen, egal ob auf dem Rennrad oder dem Gravelbike? Dann ist ein professionelles Bikefitting genau das Richtige für dich. Denn nicht das Rad bestimmt deinen Komfort, sondern die richtige Einstellung. Sattel, Lenker, Sitzposition: Mit unserer Ergonomieberatung findest du deine perfekte Haltung – für mehr Fahrspaß und weniger Beschwerden.

Bikepacking: Gravel ist im Vorteil

Auch hier hab ich schon beides ausprobiert: Bikepacking mit dem Gravelbike und Bikepacking mit dem Rennrad. Mit dem Gravelbike hast du vorne am Lenker etwas mehr Platz für einen Frontloader – aber ansonsten habe ich kaum Unterschiede beim Backloader (auch Arschrakete genannt) und den Rahmentaschen bemerkt. Viele Gravelbikes (allerdings nicht alle) bringen allerdings noch Ösen und Befestigungsmöglichkeiten für weitere Taschen und Träger mit.

Der große Unterschied beim Bikepacking ist tatsächlich die Bereifung. Du bist mit dem Gravelbike einfach flexibler unterwegs und musst deine Strecken nicht akribisch planen. Es ist nicht schlimm, wenn plötzlich irgendwo Schotter auftaucht. Allerdings macht Bikepacking mit dem Gravelbike auf Trails auch nicht so wahnsinnig viel Spaß, weil die Taschen am Bike die Agilität doch etwas verringern.

Mit dem Gravelbike auf einer Bikepacking Tour in den Bergen.Mit dem Gravelbike auf einer Bikepacking Tour in den Bergen.

Rennrad vs. Gravelbike – die Unterschiede auf einen Blick

Merkmal

Rennrad

Gravelbike

Untergrund

Asphalt

Asphalt + Schotter + Waldwege

Gewicht

sehr leicht

etwas schwerer, aber leichter als ein MTB

Aerodynamik

top, aggressive Sitzposition

entspannter, weniger windschnittig

Reifen

schmal, glatt

breiter, mit Profil, weniger Luftdruck möglich

Bremsen

oft Scheibenbremsen, früher Felgen

Scheibenbremsen Standard

Schaltung

enge Abstufung

breite Übersetzungsbandbreite

Kettenblatt

oft groß für Tempo

kleiner möglich für steile Anstiege

Einsatz

Training, Wettkampf, schnelle Fahrten, Eisdiele

Abenteuer, Vielseitigkeit, Bikepacking, Baggersee

Little Reminder

Am Ende geht’s nicht darum, ob Rennrad oder Gravelbike „besser“ ist. Es geht darum, welches Rad zu deinem Leben passt.

  • Willst du schnell, effizient und klassisch trainieren? Dann ist das Rennrad dein Ding.

  • Willst du Freiheit, Abenteuer und Vielseitigkeit? Dann passt das Gravelbike besser zu dir.

Und wenn du dir unsicher bist – komm einfach in einer unserer Filialen vorbei und fahre beide Fahrräder probe. Dann kannst du entscheiden, auf welchem Fahrrad du dich wohler fühlst.

Für mich war irgendwann klar: Ich brauche beide. Aber wenn ich nur eins hätte, dann wäre es das Gravelbike – weil es einfach besser in meinen Alltag passt.

Lisa Augustin

Mehr über die Autorin

Ein Portrait von Lisa Augustin im Fahrradtrikot - Fahrradbloggerin, Radfahrerin und Genussbikerin.

Lisa Augustin

Genussbikerin

Ich bin Lisa Augustin aus dem Schwabenländle, 32 Jahre jung, und ohne Kaffee läuft hier gar nichts. Früher Softwareentwicklerin, heute SEO-Expertin mit eigenem Fahrradblog (LisasBunteWelt). Ich fahre alles mit Pedalen – ob Rennrad, Gravelbike, Hardtail, Fully oder Indoor auf der smarten Rolle – einfach, weil es mir Spaß macht und ich beim Radfahren so viel von der Welt sehe. Bikepackingtrips und Fahrradurlaube gehören für mich genauso dazu wie kleine Feierabendrunden und Fahrten zur Eisdiele.


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